Abgeschlossene Projekte

Hier finden Sie alle Informationen zu den Projekten, die biolog in den letzten Jahren durchgeführt hat.

Wiederansiedlung von Ackerwildkräutern auf Biobetrieben in der Münchner Ebene und im Fränkischen Jura

Laufzeit: 2014-2016
Gefördert durch: Bayerischer Naturschutzfonds
Projektpartner: Neumarkter Lammsbräu Bioland
Zielgruppe:
Biobetriebe
Region: Bayern
Projektinhalte:
Vorkommen und Diversität von Ackerwildkräutern sind in vielen Regionen Europas massiv rückläufig. Hauptfaktoren für den Rückgang der botanischen und somit auch faunistischen Artenvielfalt auf dem Acker sind Herbizideinsatz und intensive Stickstoffdüngung. Ökologisch bewirtschaftete Flächen zeigen meist eine deutlich höhere Vielfalt an Ackerwildkräutern und weisen häufig auch seltene Arten auf, auch ohne dass besondere Naturschutzprogramme oder Fördermaßnahmen angewendet werden. Wurde vor der Umstellung durch langjährigen Herbizideinsatz die Ackerwildkrautflora jedoch dezimiert, ist eine natürliche Wiederbesiedlung durch Arten standorttypischer Ackerwildkrautgesellschaften meist unwahrscheinlich. An dieser Stelle soll die gezielte Wiederansiedlung seltener und gefährdeter Arten ansetzen, indem Ackerwildkräuter über die Ausbringung autochthonen Saatgutes zurück in (wieder) geeignete Ackerlebensräume gebracht werden.

Das Projekt versucht die Ergebnisse verschiedener Forschungsprojekte u.a. von der Landesanstalt für Landwirtschaft Bayern (LfL) zur Wiederansiedlung von Ackerwildkräutern in die Praxis zu übertragen. In zwei Naturräumen werden seltene und gefährdete Arten über Saatgut wieder auf biologisch bewirtschaftete Flächen ausgebracht.Für die Münchner Schotterebene ist dieses Saatgut bereits vorhanden. Die Firma Krimmer hat es aus regional gesammeltem Basissaatgut vermehrt, so dass bereits 2014 mit der Wiederaussaat begonnen werden kann. Es werden die Arten Großer Frauenspiegel (Legousia speculum-veneris); Acker-Rittersporn (Consolida regalis), Acker-Steinsame (Buglossoides arvensis) und Acker-Lichtnelke (Silene noctiflora) ausgesät.Für den Naturraum Fränkischer Jura gibt es keinen professionellen Saatgutproduzenten. Deshalb muss eine Vermehrung hier neu aufgebaut werden. Im Sommer 2014 wurde Basissaatgut von den Arten roßer Frauenspiegel (Legousia speculum-veneris); Acker-Rittersporn (Consolida regalis), Acker-Hahnenfuß (Ranunculus arvensis), Acker-Haftdolde (Caucalis platycarpos) und Acker-Lichtnelke (Silene noctiflora) auf Äckern gesammelt und auf einem Biobetrieb bei Pilsach (Landkreis Neumarkt i.d.Obpf.) vermehrt.  2015 und 2016 wurde dieses Saatgut dann wieder auf Bioäckern im Naturraum ausgebracht.

Biologische Vielfalt erleben, verstehen, schützen - Umwelbildung für (Bio-)Landwirte

Laufzeit: 2010-2014
Gefördert durch: Heidehof Stiftung
Projektpartner: Staatliche Fachschule für Agarwirtschaft Landshut - Fachrichtung ökologischer Landbau, Bioland
Zielgruppe:
Landwirte und Verbraucher
Region: Bayern und Baden-Württemberg
Projektinhalte:
Vermittlung von Arten- und Ökologiekenntnissen speziell für (Bio-) Landwirte durch Exkursionsveranstaltung im Sommerhalbjahr und Vortragsveranstaltung im Winterhalbjahr zur Förderung des Naturschutzbewusstseins und konkreter Naturschutzmaßnahmen; Exkursionsveranstaltungen für Verbraucher zum Thema „Biologische Vielfalt und Landwirtschaft“, Zusammenarbeit mit der Fachschule für Ökolandbau in Landshut-Schönbrunn im Rahmen der Ausbildungsinhalte im Naturschutz, Erstellung von Informationen zu Naturschutzthemen.

„Nur was man kennt, kann man auch schützen“ – auf diesem Prinzip, dass oft Umweltbildungsinitiativen für Kinder zu Grunde gelegt wird beruht auch dieses Projekt. Denn auch für Landwirte, die als wichtige Landnutzer bedeutende Akteure beim Erhalt der Artenvielfalt sind, gilt, dass mit den Artenkenntnissen auch die Kenntnisse über Ansprüche der Arten, die Begeisterung für ihr Vorhandensein und das Verantwortungsgefühl für ihre Erhaltung schwinden.
Durch eine Palette verschiedener Informations- und Bildungsangebote werden die Kenntnisse der Tier- und Pflanzenwelt landwirtschaftlicher Nutzflächen verbessert und Grundlagen über die Ökologie und den Schutz der Arten vermittelt. Dadurch werden das Verantwortungsgefühl und die Handlungsbereitschaft der Landwirte gestärkt. Das Projekt besteht aus verschiedenen Modulen.
Modul I: Vorträge und Gruppendiskussionen für Landwirte im Winterhalbjahr: Abendveranstaltung mit zielgruppenorientierter Vermittlung von Ökologiekenntnissen, sowie praktischen Informationen zur Durchführung von Naturschutzmaßnahmen
Modul II: Naturkundliche Exkursionen für Landwirte im Sommerhalbjahr:Natur erleben und verstehen direkt auf einem landwirtschaftlichen Betrieb, Informationen zu typischen Arten der Agrarlandschaft und Naturschutzmaßnahmen
Modul III: öffentliche Veranstaltungen für Verbraucher auf landwirtschaftlichen Betrieben: Natur erleben und Hintergründe
Modul IV: In landwirtschaftlichen Zeitschriften, Rundbriefen und über das Internet werden Informationen zu Naturschutzthemen in der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt, um auch die Landwirte zu erreichen, die nicht an den Veranstaltungen teilnehmen können
Modul V: Gerade in der Ausbildung werden wichtige Grundlagen für die spätere Arbeit auf den Höfen gelegt und eine Sensibilisierung für Naturschutzbelange erreicht. Deshalb ist die Zusammenarbeit mit der Staatlichen Fachschule für Agrarwirtschaft, Fachrichtung ökologischer Landbau in Landshut-Schönbrunn, im Rahmen von Theorie- und Praxisbestandteilen ebenfalls Teil des Projektes.

Säume und Raine - Lebensadern der Natur

Laufzeit: 2011-2013
Gefördert durch: Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung
Projektpartner: Bioland
Zielgruppe: Landwirte, Imker, Jäger und Verbraucher
Region: Niedersachsen
Projektinhalte:
Informationen und Vorträge für landwirtschaftliche Betriebe (bio und konventionell) zur Bedeutung und ökologischen Aufwertung ihrer Saumstrukturen, Vor-Ort-Beratungen und Erstellung von Maßnahmenplänen, kostenlose Bereitstellung von regionalem Saatgut zur Neuanlage von Säumen, Umsetzungsunterstützung, öffentlichkeitswirksame Begleitung der Maßnahmen, Vorträge und Bildungsveranstaltungen

Raine, Wegeseitenränder oder Saumstrukturen durchzogen früher wie ein blühendes Band die Kulturlandschaft. Vielfältige Säume haben eine wichtige Biotop vernetzende Funktion, bieten Lebensraum, Nahrung und Schutz für viele Tierarten. Heute sind viele Raine nur noch schmale, nährstoffreiche Grasstandorte, die wenig Lebens- und Nahrungsraum für Hase, Rebhuhn oder zahlreiche Blütenbesucher bieten.

Mit dem Thema „Säume und Raine“ wird ein schmaler, aber wichtiger Lebensraumtyp in den Mittelpunkt gerückt, der nicht die Aufmerksamkeit der Landwirte bekommt, die er nach seinem Naturschutzpotenzial verdient. Gemeinsam mit interessierten Bauern wird im Projekt dem Trend zu leblosem Abstandsgrün entgegengewirkt, um die Raine der niedersächsischen Agrarlandschaft wieder blühen zu lassen.

Zusammen mit Schulklassen, anderen Gruppen und Akteuren vor Ort (z.B. Imker, Jäger, Naturschutzvertreter) tragen Mitmachaktionen und Pressearbeit das Anliegen in die breitere Öffentlichkeit. Im Sinne eines Pilotprojekts ist es das Ziel, die Potenziale von Säumen in der Landschaft wieder in das Bewusstsein der Landwirte zu rücken und praktische Möglichkeiten zu Förderung und Verbesserung dieses Lebensraums aufzuzeigen. In diesem Rahmen werden Infomaterialien erstellt und themenspezifische Veranstaltungen für die Zielgruppe Landwirt durchgeführt. Individuelle Vor-Ort-Beratungen und Maßnahmenpläne, sowie die kostenlose Bereitstellung von Regio-Saatgut leisten aktiven Landwirten konkrete Hilfestellung bei der Aufwertung der betriebseigenen Saumstrukturen. Die Einbindung von weiteren Interessengruppen wie Jägern, Imkern aber auch Schulen, Verbänden und Kindergärten in die konkrete Maßnahmenumsetzung streut das Thema Blütenvielfalt in die breite Öffentlichkeit.

Kulturlandpläne

Laufzeit: 2010-2011
Gefördert durch: Heinz Sielmann Stiftung, Neumarkter Lammsbräu, Ökoland
Kooperationspartner: Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen
Zielgruppe: Bio-Landwirte
Region: Bayern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein
Projektinhalte:
Kulturlandpläne sind individuelle, gesamtbetriebliche Naturschutzpläne für landwirtschaftliche Betriebe. Die Methodik der Kulturlandplanberatung wurde im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsprojektes der Bioland Beratung erabeitet und im Rahmen dieses Projektes auf 17 Bio-Betrieben angewendet. Über die Kulturlandpläne erfahren Sie mehr auf der Internetseite des Projektes: www.kulturlandplan.de

Fliegende Freunde - Fledermäuse, Vögel und Insekten

Laufzeit: 2008-2010
Gefördert durch: Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung
Zielgruppe: Landwirte und Schüler
R
egion: Niedersachsen
Projektinhalte:
Ziel des Projektes „Fliegende Freunde“ war es, die Landwirte in Niedersachsen für die fliegenden Mitbewohner ihrer Betriebe zu sensibilisieren und sie dazu anzuregen, sie zu fördern. Dabei sollten die Lebensräume von Vögeln, Insekten und Fledermäusen optimiert werden. Weiterhin sollten durch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit in Form von Veranstaltungen auf Biobetrieben sowohl fachliche Informationen über die verschiedenen Artengruppen weitergegeben, als auch das Interesse der Teilnehmer geweckt bzw. gefördert werden, Natur­schutzmaßnahmen im eigenen Umfeld umzusetzen.
Das Projekt sollte dazu beitragen, die Artenvielfalt auf den landwirtschaftlichen Betrieben zu erhalten und zu fördern. Das Naturerleben wurde auf den Betrieben erhöht und das Bewusstsein für die verschiedenen Artengruppen geweckt. Die Betriebe wirkten dabei als Multiplikatoren und konnten so einen wichtigen Beitrag zum Umwelterleben leisten.

Das Projekt „Fliegende Freunde“ konnte sehr erfolgreich umgesetzt werden. Über 300 ver­sendete Infomappen zu den Themen Fledermäuse, Vögel und Insekten zeigen das große Interesse der Landwirte daran, sich mehr mit ihren „Fliegenden Freunden“ zu befassen. Zahlreiche Beratungs­gespräche konnten Vorurteile abbauen, Verständnis hervorrufen und Ideen spenden, wie man den drei Tiergruppen helfen kann.
Besonders intensiv konnte diese Arbeit bei den 40 durchgeführten Veranstaltungen geleistet werden und den Landwirten war anzumerken, dass sie von den vermittelten Informationen profitierten und die Maßnahmen zur Förderung der jeweiligen Tiergruppe motiviert angingen. Es wurden viele verschiedene Maßnahmen zur Ver­besserung der Lebensräume am Hof und auf den landwirtschaftlichen Flächen durchgeführt. Durch die Veranstaltungen konnten außerdem 738 Besucher für die drei Tiergruppen gewonnen werden, so dass die Problematik in eine breite Öffentlichkeit getragen wurde. Die Besucher waren stets sehr interessiert und tatendurstig, was zeigt, dass gerade der praktische Teil eine wichtige Bedeutung für die Teilnehmer hatte.
Die Mitarbeit durch regionale Naturschutzgruppen legte einen Grundstein für eine lokale Zusammen­arbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz, die in den meisten Fällen wohl auch eigenständig fortgesetzt wird.

Schüler raus - Außerschulischer Lernort Bauernhof - Naturschutz praktisch

Laufzeit: 2006-2009
Gefördert durch: Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung
Zielgruppe: Landwirte und Schülergruppen
Region: Niedersachsen
Projektinhalte:
Ziel des Projektes „Schüler raus“ war es mit Schülern draußen in der Natur aktiv zu werden. Gemeinsam mit Schulklassen wurden auf landwirtschaftlichen Betrieben in ganz Niedersachsen Hecken und Streuobstwiesen angelegt werden. Dabei sollten neben dem praktischen Wissen im Umgang mit Spaten und Pflanzen auch biologische Kenntnisse und ökologische Zusammenhänge vermittelt werden. Dadurch wurden die landwirtschaftlichen Betriebe zu außerschulischen Lernorten, an denen die Schüler nicht nur Wissenswertes zu den jeweiligen Naturschutzmaßnahmen sondern auch zur Lebensmittelproduktion erfahren konnten.

Das Projekt hatte das Ziel, mit Landwirten zusammen Naturschutzmaßnahmen in Form von Anpflanzungen von Hecken und Streuobstwiesen durchzuführen. Im Rahmen des Projektes wurden von der Naturschutzberatung aber auch andere Themen mit den Landwirten besprochen, die die Strukturarmut der Landschaft ausmachen, so dass viele Landwirte auf eigene Initiative weitere Naturschutzmaßnahmen auf ihren Flächen umsetzten (siehe oben). Ziel war es, die Bereitschaft zur Anlage neuer Biotope in das Denken und Handeln der Landwirte zu integrieren. Das Verständnis für die Bedeutung von diesen Biotopen in der Landschaft konnte bei den Landwirten durch die Schulklassenaktionen noch verstärkt werden. Die Naturschutzberatung wird die Beratung der Landwirte hinsichtlich ihrer neuen Anpflanzungen und deren Pflege auch nach der Projektlaufzeit fortsetzen. Die Motivation sich weiterhin für Gehölzstrukturen in der Agrarlandschaft einzusetzen, war bei den Landwirten sehr hoch. Gleichzeitig sind die Anpflanzungen in diesem Fall ein Anfang, sich vertieft mit anderen Naturschutzfragen zu beschäftigen.
Gleichzeitig war das Projekt „Schüler raus“ so konzipiert, dass Schüler in die aktive Naturschutzarbeit auf den Höfen integriert wurden. Das Projekt diente dazu, die Schüler in praktischer Weise an das Thema Naturschutz im Allgemeinen sowie die Lebensräume Hecken und Streuobstwiesen im Speziellen heranzuführen. Bei der Umweltbildungsarbeit konnten den Schülern wichtige Inhalte aus den beiden Habitattypen nahe gebracht werden. Die Schüler waren stets sehr interessiert und tatendurstig, was zeigt, dass gerade der praktische Teil des Vormittags eine wichtige Bedeutung für die Kinder hatte. Die praktische Arbeit außerhalb des Klassenrau­mes auf dem neuen Lernstandort „Bauernhof“ hilft dabei, das Theoretische besser zu verinnerlichen, eine Beziehung herzustellen zwischen Theorie und Praxis und zu einem Lebensraum, den die Schüler selbst mit angelegt haben. Durch die Aktionen konnten Kooperationen zwischen Schulen und Landwirten aufgebaut werden, die es den Schülern ermöglichen, auch später auf den Hof, zu ihrem selbst geschaffenen Biotop zurückzukehren und die weitere Entwicklung zu erleben. Gleichzeitig können zukünftige Besuche der Schüler am Hof dazu führen, dass die Kinder ein größeres Verständnis für unsere Lebensmittelproduktion erlangen, aber auch den Zusammenhang zwischen Landwirtschaft und Naturschutz begreifen können.
Die Öffentlichkeitsarbeit diente dem Zweck, eine breitere Bevölkerungsschicht über die Problematik zu informieren. Durch die Schulklassenaktionen wurde der Begriff Artenvielfalt für rund 600 Schüler lebendig. Die Unterrichtseinheit in der Natur konnte das Interesse der Schüler an dem Thema Naturschutz wecken.

Landwirte spannen ein Blüten-Netzwerk

Laufzeit: 2007-2008
Gefördert durch: Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung
Zielgruppe: Landwirte und Schülergruppen
Region: Niedersachsen
Projektinhalte:
Ziel des Projektes war es, über zwei Jahre zusammen mit jeweils rund 100 Landwirten in ganz Niedersachsen Blühflächen anzulegen, um die Biodiversität und das Blütenangebot in der Agrarlandschaft zu erhöhen. Dafür sollten spezielle Blühmischungen entwickelt werden, die sich durch ihre Artenvielfalt und ihren Strukturreichtum auszeichnen. Aktionen, in denen Schüler aktiv an das Leben im Blühstreifen sowie die Problematik der Blütenarmut in der Agrarlandschaft herangeführt wurden, sollten auf ausgewählten Höfen stattfinden. Diese Aktionen sollten durch Pressearbeit begleitet werden, um auch eine breitere Öffentlichkeit zu dem Thema zu informieren.

Das Projekt hatte das Ziel, Landwirte dazu anzuregen, sich für Blüten in der Agrarlandschaft zu engagieren und dieses Anliegen in ihr Denken und in ihr Handeln zu integrieren. Die meisten der teilnehmenden Betriebe waren von dem Projekt und dem Effekt der Blühstreifen begeistert und wollen auch in den kommenden Jahren wieder Blühstreifen anlegen. Bei den Schulklassenaktionen, bei denen die Landwirte dabei waren, merkte man deutlich das Interesse der Landwirte an dem Thema Blühstreifen und ihren Lebewesen. Das Verständnis für die Bedeutung von Blühstreifen in der Land­schaft konnte bei den Landwirten durch die Aktionen also noch verstärkt werden. Die Motivation sich weiterhin für Blüten in der Agrarlandschaft einzusetzen, war bei den Landwirten sehr hoch. Gleichzeitig sind die Blühstreifen in diesem Fall ein Anfang, sich vertieft mit anderen Naturschutzfragen zu beschäftigen.
Die von der Naturschutzberatung entwickelten Blühmischungen haben sich im Projekt bewährt und kamen in ganz Niedersachsen zur Blüte. Die vielfältige Artenzusammensetzung ermöglicht eine breite Anbaueignung, d. h. dass die Mischungen sowohl auf trockenen als auch auf feuchteren Böden zur Blüte kommen. Die intensive Zusammenarbeit mit der Saatgutfirma „CAMENA-Samen“ führte dazu, dass die drei Blühmischungen in ihrer im Projekt entwickelten Zusammensetzung auch weiterhin über den Handel erhältlich sein werden. Dies gewährleistet die Nachhaltigkeit des Projektes, denn es wird Landwirten ermöglicht, die bewährten Blühmischungen auch in den kommenden Jahren zu verwenden und auf ihren Flächen damit Blühstreifen anzulegen.
Die Öffentlichkeitsarbeit diente dem Zweck, eine breitere Bevölkerungsschicht über die Problematik zu informieren und das Gelernte im eigenen Handlungsfeld, wie z. B. dem Hausgarten oder dem öffentlichen „Grün“ umzusetzen. Durch die Schulklassenaktionen wurde der Begriff Artenvielfalt für rund 700 Schüler lebendig. Sie konnten durch eigene Untersuchungen nachvollziehen, dass Blüten in der Landschaft wichtig sind, da sie dazu beitragen, dass das ökologische Gleichgewicht erhalten bleibt. Die Unterrichtseinheit in der Natur konnte das Interesse der Schüler an dem Thema Naturschutz wecken. Kinder, die sich vor Spinnen ekelten und Angst vor Bienen hatten, kamen stolz mit ihren selbst gefangenen Tieren zu den Mitarbeitern und wollten mehr über eben diese Tiere erfahren. Es ist bei den Schulklassenaktionen gelungen, den Schülern die Scheu vor den Tieren zu nehmen und Interesse für diese zu wecken.
Viele der Landwirte möchten auch weiterhin mit Schulen zusammenarbeiten, so dass durch die Blühstreifenaktionen Koopera­tionen zwischen Schulen und Landwirten entstanden. Die zukünftigen gemeinsamen Aktionen werden zu den verschiedensten Themen stattfinden, die vor allem dazu führen sollen, dass die Kinder ein größeres Verständnis für unsere Nahrungsmittel­produktion erlangen können, aber auch den Zusammenhang zwischen Landwirtschaft und Naturschutz begreifen können.